Mit dem zunehmenden Einsatz von KI und digitaler Bildbearbeitung gewinnt Transparenz immer mehr an Bedeutung. Content Credentials sind ein von Adobe unterstützter Standard, der genau hier ansetzt: Er macht nachvollziehbar, wie ein Bild entstanden ist und ob dabei KI eingesetzt wurde.
Die Technologie basiert auf dem C2PA-Standard – einem offenen System zur Herkunftskennzeichnung digitaler Inhalte, das unter anderem von Adobe und Microsoft mitentwickelt wurde.
Was sind Content Credentials?
Content Credentials sind fälschungssichere Metadaten, die direkt in einer Bilddatei gespeichert oder mit ihr verknüpft werden. Sie können unter anderem folgende Informationen enthalten:
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ob ein Bild mithilfe von KI generiert oder bearbeitet wurde
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welche Software verwendet wurde (z. B. Adobe Photoshop)
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wer der Ersteller/die Erstellerin ist (optional)
Ziel ist es, Vertrauen und Transparenz bei digitalen Inhalten zu schaffen – insbesondere bei KI-generierten Bildern.
Content Credentials und Adobe Firefly
Wenn Sie Inhalte mit Adobe Firefly generieren, werden Content Credentials automatisch hinzugefügt. Diese kennzeichnen das Bild beispielsweise mit Hinweisen wie „KI-generiert“ oder „Generative KI verwendet“.
Die Kennzeichnung ist kein sichtbares Wasserzeichen und hat keinen Einfluss auf die Bildqualität. Sie ist nur sichtbar, wenn das Bild in einer Anwendung oder auf einer Plattform geöffnet wird, die Content Credentials unterstützt (weitere Informationen dazu folgen im Abschnitt „Content Credentials anzeigen und prüfen“).
Bedienfeld „Content Credentials (Beta)"
In diesem Bedienfeld im Menü Fenster kann zunächst das Erfassen der Content Credentials mit einer Schaltfläche aktiviert werden.

Danach können folgende Detail-Einstellungen festgelegt werden:
Adobe-Kontoname
Hier lässt sich steuern, ob der öffentliche Profilname des Adobe-Kontos als Urheber in die Content Credentials aufgenommen werden soll. Eine manuelle Eingabe des Namens ist – obwohl das Bedienfeld den Eindruck erweckt – an dieser Stelle aufgrund der Beta-Beschränkungen (Stand 07.01.2026) noch nicht möglich.
Konten verknüpfen
Über diese Funktion können Social-Media-Konten in die Content Credentials eingebunden werden. So können Betrachter nachvollziehen, auf welchen Plattformen der Ersteller außerdem noch vertreten ist.
Änderungen und Aktivitäten
Diese Option soll das Aufzeichnen von Änderungen und Aktivitäten aktivieren. In der aktuellen Betaversion werden allerdings in jedem Fall Änderungen und Aktivitätenaufzeichnet, vorausgesetzt die Content Credentials wurden wie oben beschrieben aktiviert.

Reiter Vorschau
Unter dem Reiter „Vorschau“ wird angezeigt, welche Daten durch Content Credentials erfasst wurden und dadruch für andere Betrachter einsehbar sind.

Export-Dialog
Unter „Datei > Exportieren > Exportieren als...“ lässt sich steuern, ob die Content Credentials an die Bilddatei angehängt werden oder in der Content Credentials-Cloud veröffentlicht werden. Der Vorteil der Cloud-Veröffentlichung liegt darin, dass die Content Credentials weiterhin zugeordnet und angezeigt werden können – selbst wenn Online-Plattformen beim Upload die Metadaten des Bildes löschen.

Der Nutzer entscheidet also aktiv, ob und in welcher Form Content Credentials weitergegeben werden.
Content Credentials anzeigen und prüfen
Content Credentials sind nicht automatisch sichtbar, können aber
- innerhalb von Photoshop mit dem Content Credentials Bedienfeld gesteuert und überprüft werden: Fenster > Content Credentials (Beta) > Reiter „Vorschau“
- in unterstützenden Plattformen sichtbar gemacht werden (z. B. Behance oder spezielle Viewer)
- über Adobes Content Credentials Viewer ausgelesen werden

So können Betrachter nachvollziehen, ob KI eingesetzt wurde und aus welcher Quelle der Inhalt stammt.
Wann sind Content Credentials sinnvoll?
- bei KI-generierten oder KI-unterstützten Bildern
- bei redaktionellen oder journalistischen Inhalten
- bei professionellen Design- und Kundenprojekten
- wenn Transparenz und Vertrauen eine Rolle spielen
In rein kreativen oder internen Projekten kann bewusst darauf verzichtet werden.
Fazit für die Praxis
Content Credentials zeigen, wie ein Bild entstanden ist. Sie sind ein freiwilliges Werkzeug zur Schaffung von Transparenz, kein rechtlicher Zwang.
In Photoshop gilt:
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Der Anwender behält jederzeit die Kontrolle.
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Content Credentials können beim Export ein- oder ausgeschaltet werden.
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Sie schaffen Klarheit darüber, ob und wie KI eingesetzt wurde.